Ministranten Pfinztal in Rom

Ministrantenwallfahrt 2006 nach Rom
Auszüge aus einem Bericht von Frau Barbara Metzner, Patoralreferentin, Pfinztal
(Fotos: B. Metzner, bearbeitet für´s Web: A.Vetter)

Die Internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom, zu der von CIM – Coetus Internationalis Ministrantium (zu deutsch: Internationaler Ministrantenbund) – eingeladen wird, gibt es schon seit sehr vielen Jahren und sie fand heuer zum siebten Mal statt. Sie findet alle 5 Jahre statt.Ministranten aus Pfinztal haben erstmals daran teilgenommen..... Das Motto der Wallfahrt lautete „Spiritus vivificat – Der Geist macht Lebendig„ Das trugen wir alle auch auf unseren T-Shirts, die wir auf der Rückseite mit dem Druck „Minis Pfinztal„ hatten versehen lassen....
Insgesamt waren etwa 43.000 Ministranten in Rom. Davon kamen ca. 35.000 aus Deutschland, was daran liegen dürfte, daß wir die best strukturierte Ministrantenarbeit haben und in vielen Diözesen hauptamtliche Personen damit betraut sind. Etwa 9200 Personen aus der Erzdiözese Freiburg waren dabei. (Einfachheitshalber wird immer von 9000 gesprochen und geschrieben.)Kleine Länder wie Luxemburg brachten da gerade 50 zusammen.(Nebenbei: In Deutschland gibt es 390.000 Ministrantinnen und Ministranten.Eine Jugendorganisation, die man nicht übersehen sollte!)
Wir waren 31 Personen (30 Minis und ich als hauptamtliche Pfarreibegleiterin) Es waren: 17 Mädchen und 13 Jungs: Aus Berghausen 10, Kleinsteinbach 1, Söllingen 5, Wöschbach 12, Andere 2

Unser Programm

Sonntag 30.07.
10 Uhr Aussendunggsgottesdienst in Berghausen mit allen Wallfahrern mit großem Reisesegen. Abends um 18.30 Uhr Abfahrt in Söllingen am Gemeindehaus

Montag 31.07.
11 Uhr Ankunft im Hotel „Casa San Vincenzo Pallotti„ in Rom, Zimmer beziehen und wieder los mit der Metro nach St. Paul vor den Mauern zum Eröffnungsgottesdienst der Diözese Freiburg. In der unbestuhlten Kirche saß alles auf der Erde (nur so war die zweitgrößte Kirche Roms groß genug für uns alle), die eigens für die Wallfahrt entstandene Band „Rome Projekt„ spielte moderne Kirchenmusik und riß alle mit.

Dienstag 01.08.
Frühstück und dann per Bus zur Via Appia Antica zur San Kallisto Katakombe. Nach einer guten und sehr ausführlichen Einführung im Freien ging es durch die unterirdische Grabanlage – kühl, relativ dunkel und für die Kleinstein schon etwas gruselig. Danach spazierten wir zu der kleinen, aber wichtigen Kirche „Dominus Quo Vadis?„ Der Legende nach begegnete Petrus hier dem auferstandenen Christus und entschloß sich danach nicht vor der Verfolgung zu fliehen, sondern in Rom zu beleiben. Bald darauf wurde er verhaftet und erlitt das Martyrium. In der Kirche wird ein Stein mit den angeblichen Fußspuren Jesu verehrt. (– Für unsere Jugendlichen eher etwas befremdlich, für viele ein fast heiliger Stein.) Nach einer kleinen Andacht ging es per Bus zum Terminal Gianicolo.    Eine Mittagspause in Kleingruppen und danach besuchten wir die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle, die alle sehr beeindruckt hat. – „Toll, klasse, geil, ...„ die ganze Palette jugendlicher Begeisterungsäußerungen war zu hören. Um 16 Uhr trafen sich wieder alle und dann waren zwei Stunden mit Schlange stehen, Sicherheitskontrolle und Warten zu verbringen, bis um 18.00 Uhr die Eucharistiefeier auf dem Petersplatz begann.

Mittwoch 02.08.
Nach dem Frühstück ging es zum Petersplatz, wieder Sicherheitskontrolle... bis um 10 Uhr der Papst kam. Die Stimmung war klasse, unzählige Fahnen aller Arten wurden geschenkt, alle – auch wir - skandierten „Benedetto, Benedetto„ und freuten sich. Die Ansprache des Papstes berührte die Jugendlichen und er traf den richtigen Ton für sie. Aber es war kein einfaches Gerede, sondern durchaus eine Rede mit Anspruch an sie. Die Größten nahmen die Kleinsten (Laura, Marion, Rebecca, Franziska) auf die Schultern, damit diese was sehen und fotografieren konnten. Später trafen wir uns wieder um alle gemeinsam auf die Kuppel von St. Peter zu gehen. Dafür hieß es aber erst mal 2 Std. Schlange stehen und dann ging es über 530 Stufen in die Höhe. Auf einer Plattform im Freien hielt wiederum Torsten ein Kurzreferat über den Vatikan und dann ging es weiter. Zwei Minis mit Höhenangst bekamen eine Abkürzung, welche die höchste Kuppel auslies, ihnen aber doch einen – sicheren – Blick über die Stadt bot. Nach dem Abendessen im Terminal Gianicolo gingen diverse Kleingruppen noch Eisessen oder zur Spanischen Treppe, wo immer eine tolle Stimmung herrschte.

Donnerstag 03.08.
Das war der Tag für das „alte Rom„. Der Bus brachte uns zum Circus Maximus. Von dort ging es zu Fuß zum Palatin und kreuz und quer durch das Forum Romanum. Jeder war von der Größe der Bauwerke fasziniert, eine Oberministrantin Julia hielt ein Referat und machte die Ruinen so noch interessanter und all konnten sich das Leben zu Cäsars Zeiten recht gut vorstellen. Dann ging es weiter zum (von Adrian erklärten) Konstantinsbogen und ins Kolosseum (Referat Volker), jeweils wieder mit kurzen Referaten von großen Minis verständlich gemacht. Dann ging es die nächsten Stunden in Kleingruppen weiter. Manche legten sich im Palatin auf eine Wiese, andere gingen gemütlich Mittagessen oder zum Shopping, wieder andere besuchten die Kirche St. Pietro in Vincoli, in der die berühmte Marmorstatue des Moses mit den Hörnern von Michelangelo zu sehen ist. Dann traf man sich um 18 Uhr vor dem Pantheon, hörte noch ein kleines Referat von Myriam und besichtigte dann dieses tolle Gebäude. Kleingruppen besuchten noch den Trevibrunnen um eine Münze hinein zu werfen(das soll einem bescheren, daß man immer wieder nach Rom zurück kehrt), andere schlotzten noch ein Eis oder saßen mitten zwischen Tausenden anderer singender Minis auf der Spanischen Treppe und um 23 Uhr waren alle zuhause um schon ein bißchen zu packen!

Freitag 04.08.
Nach dem Frühstück verließen wir das Hotel ... Dann marschierten wir weiter zur Kirche San Clemente, deren älteste Teile aus dem 4. Jahrhundert stammen. Günther hielt einen kleinen Vortrag – aber ... die Kirche war zu. Die berühmte italienische Mittagspause ist ein wahres Kreuz für jeden Pilger. So lösten wir die Großgruppe auf und einige Kleingruppen gingen später noch in die wunderbare Kirche hinein. Andere legten mehr Wert auf Sonne Shopping und Eis. So gegen 16 Uhr machten sich alle auf den Weg Richtung St. Paul vor den Mauern wo um 18 Uhr die Abschlußmesse mit unserem Erzbischof beginnen sollte.
Sobald Erzbischof Robert Zollitsch zu sehen war skandierten die begeisterten Jugendlichen „Robert Zollitsch, Robert Zollitsch„, was sie inzwischen mit wachsender Begeisterung immer tun, wenn der Erzbischof wo zu sehen ist. Der Erzbischof signierte unzählige Pilgertücher – auch unsere – und ließ sich geduldig ausfragen und fotografieren. Dann fand eine sehr schöne Abschlußmesse statt, bei der eine sehr gute, gesammelte Stimmung herrschte. Ein-, zweimal wollte die Begeisterung mit der Jugend durchgehen, aber sie fanden wieder zur Ruhe und so wurde es wirklich eine Messfeier und kein Happening.

Samstag 05.08.
Im Bus Richtung Heimat schlief alles so lange wie möglich. Aber so gegen 10 Uhr machten wir uns nochmals an die Arbeit: Abends wollten wir die Abschlußmesse in Pfinztal-Söllingen feiern und dafür war noch ein bißchen was zu tun. Pünktlich um 18 Uhr waren alle Pfinztäler Wallfahrer(frisch geduscht, müde, mit Pilgertüchern um den Hals) wieder zusammen, diesmal in der Piuskirche in Söllingen für die Abschlußmesse. – Wir hatten viel Grund Gott Dank zu sagen für diese Reise und haben einen frohen Gottesdienst gefeiert. Schön war für uns auch, daß der Dekanatsjugendseelsorger, Pfarrer Fritz, der die ganze Woche mit uns zusammen war, zu der Messe kam und mitfeierte. Die ganze Pfarrgemeinde, vorneweg Pfarrer Vetter, war heil froh uns alle gesund und munter wieder zuhause zu haben.

Für die meisten Minis ist klar: In fünf Jahren fahr ich wieder mit nach Rom!